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Der Ruanda Kopakama – ein paar Fakten zum Kaffee

Kaffee wird in Ruanda seit 1904 kultiviert. 13 Jahre später gingen die Bohnen dann auch in den Export. Neben Tee ist Kaffee das wichtigste Exportgut des Landes, denn er macht rund 50 % der Exporterträge aus. Dabei gehört Ruanda gem. FAO (Food & Agriculture Organization) zu den kleinen Kaffeeproduzenten, produzierte 2018 mit etwas mehr als 20.000 Tonnen ca. 0,2 % des weltweiten Kaffees von 10 Millionen Tonnen.
Zum Vergleich: Brasilien produzierte 2018 mit 3,5 Mio Tonnen Kaffee 1/3 des Kaffees der Welt und Äthiopien – als größter afrikanischer Kaffeeanbauer Afrikas produzierte mit 470 Tausend Tonnen gut 5% des weltweiten Kaffeeangebots. Die Flächenproduktivität Ruandas beträgt 0,4 Tonnen/Hektar, was deutlich unter dem globalen Durchschnitt von 0,98 Tonnen/Hektar liegt. Man kann daraus ableiten, dass in Ruanda weniger intensive Kaffeeanbaumethoden genutzt werden – als etwa in Brasilien, wo Kaffee von Großgrundbesitzern auf durchrationalisierten Plantagen für den Massenkonsum angebaut wird.

Die Qualität des ruandischen Kaffees ist herausragend – dafür sorgen eine ideale Anbauhöhe, regelmäßiger Niederschlag, das tropische Klima, die fruchtbaren Böden sowie der hohe Bestand an alten Bourbon-Bäumen. Leider hat der Kaffeeanbau in Ruanda auch mit einem Problem zu kämpfen: immer wieder tritt hier der sogenannte Kartoffeldefekt auf, ein Bakterienbefall, der den Bohnen das Aroma roher Kartoffeln verleiht.
Anbaugebiet Rustiro

Das Anbaugebiet der Kaffeekooperative Kopakama erstreckt sich über den Rutsiro Distrik, der im Westen Ruandas liegt. Dabei erheben sich die hügeligen Hochebenen auf über 1600 Höhenmeter und bieten nicht nur Kaffee, sondern auch vielen anderen Pflanzen, ein ideales Klima. Dadurch wachsen die als Sträucher kultivierten Kaffeepflanzen im Schatten anderer Pflanzen, wodurch die Kaffeekirsche ohne starke Sonneneinstrahlung reifen kann. Die große Pflanzenvielfalt hat dabei nicht nur Vorteile für den Kaffee, sondern bietet auch Tieren einen Lebensraum.

Kaffeekooperative Kopakama

Die Kooperative Kopakama wurde 2005 gegründet und produziert biologisch zertifizierten Kaffee. Inzwischen zählt die sozial orientierte Kooperative bis heute etwa 800 Mitglieder von denen mehr als 30% Frauen sind. Seit der Gründung konnten aus den Einnahmen nicht nur Maschinen zur Weiterverarbeitung des biologischen Rohkaffees gekauft, sondern auch der Ausbau der regionalen Infrastruktur finanziert werden. Schließlich teilen die Mitglieder beispielsweise Aufbereitungsanlagen, die ohnehin nur nach und während der Erntezeit verwendet werden. Dadurch sparen die Kaffeefarmer Geld, dass ihren Familien zu Gute kommt und für weitere soziale Projekte investiert werden kann.

Kaffeeernte und Aufbereitung

Die Ernte der ausschließlich reifen und biologisch angebauten Kaffeekirschen geschieht per Hand. Aufgrund des speziellen Klimas sind in der Region Rutsiro zwei Ernten pro Jahr möglich. Dazu findet die Haupternte zwischen März und Mai statt. Darauf folgt eine zweite Ernte von Februar bis September.

Schließlich muss der Kaffee direkt nach der Ernte weiterverarbeitet werden. Deswegen werden die Kaffeebohnen schnellstmöglich aus den Kaffeekirschen gelöst und im Anschluss in großen Waschbecken etwa 24 Stunden fermentiert. Dadurch lösen sich letzte Reste des Fruchtfleisches. Danach erfolgt die Trocknung der Kaffeebohnen.

Zu guter Letzt werden die Bio Kaffeebohnen nach Größe sortiert, defekte Bohnen aussortiert und im Anschluss klassifiziert, bevor sie weltweit exportiert werden.

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